Schulterschluss für A1-Engpassbeseitigung in St.Gallen

Wednesday, 07. August 2013
Roger Tinner

Wirtschaftsorganisationen, Bundesparlamentarier(innen) und Behörden sind sich einig: Der A1-Engpass in St.Gallen ist im Interesse des Verkehrsnetzes Ostschweiz so rasch wie möglich zu beseitigen. Für den Bau der vom Bund geplanten dritten Röhre samt Teilspange setzt sich die «IG Engpassbeseitigung» ein, die heute über ihre Ziele und Forderungen orientierte.

Die Wirtschaftsverbände der Stadt St.Gallen (HEV, Gewerbe St.Gallen, WISG) haben zusammen mit ACS, TCS und Vertretern aus den weiteren Ostschweizer Kantonen die IG Engpassbeseitigung gegründet. Sie setzt sich ein für ein leistungsfähiges Verkehrsnetz in der Region Appenzell-St.Gallen-Bodensee. Präsidiert wird die Interessengemeinschaft von Kantonsrat Walter Locher, der sich wiederholt im Parlament für eine Priorisierung der Engpassbeseitigung stark gemacht hat. An einer Medienkonferenz in St.Gallen orientierte die IG nun über ihre Tätigkeit – in Anwesenheit bzw. mit Unterstützung von Ständerätin Karin Keller-Sutter (St.Gallen) und Nationalrat Andrea Caroni (Appenzell Ausserrhoden).

Vernehmlassungsfrist genützt

Heute läuft die vom Bundesamt für Strassenbau (Astra) geführte Vernehmlassung zum entsprechenden Bundesbeschluss ab, in dem die St.Galler Engpassbeseitigung aus dem dritten Modul ins zweite mit höherer Priorität verschoben wurde. Begründet wird das vom Bund so: «Dort konnte mit Kanton und Stadt St. Gallen eine gegenüber der ersten Programmbotschaft deutlich kostengünstigere Lösung mit einem guten Nutzen-Kosten-Verhältnis vereinbart werden.»

Die höhere Priorität, die der Bund nun dem St.Galler Projekt geben will , freut die IG, die bisher nur im Hintergrund gearbeitet hat. Sie hat daher selbst an der Vernehmlassung teilgenommen und weitere Organisationen und Gemeinden zur Vernehmlassung aufgefordert. So dürften aus der Ostschweiz mindestens zwei Dutzend positive Stellungnahmen nach Bern gegangen sein.

Verteilkampf geht weiter

Die IG Engpassbeseitigung hat unter anderem ein Fact-Sheet mit den wesentlichen Informationen und Forderungen erstellt und Gespräche mit Behörden und Bundesparlamentariern geführt. Walter Locher betont aber, dass die eigentliche Arbeit erst jetzt beginnt: «Der Verteilkampf unter den Regionen wird erst im Parlament in die entscheidende Phase gehen. Es ist daher wichtig, dass sich die Ostschweizer Delegation in den eidgenössischen Räten für dieses Vorhaben engagiert. Nur so können wir in der Ostschweiz ein leistungsfähiges Verkehrsnetz – auf Schiene und Strasse – für die Zukunft sichern.»

Die wichtigsten Forderungen der IG sind: Die gewählte Variante der Engpassbeseitigung gemäss Bundeschluss-Entwurf ist im Dringlichkeitsmodul 2 zu belassen und umzusetzen. Kanton und Stadt St.Gallen sollen parallel die bestmögliche Anbindung Appenzellerland und Entlastung bisheriger Anschluss-Situation (insbesondere Kreuzbleiche/ St.Leonhardsbrücke) rasch einer detaillierteren Betrachtung unterziehen und die Planung entsprechend vorantreiben. Dabei sind auch die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden und ebenso der Kanton Thurgau mit einzubeziehen. Hier ist eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Weitere Informationen zur IG und ihren Zielen sind auf www.engpassbeseitigung.ch zu finden. 

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