Wirtschaftsorganisationen zu Parkgarage-Entscheid: Attraktive Innenstadt, die erreichbar bleibt

Wednesday, 25. September 2013

Konzession für Parkgarage «Union plus», Unterstützung für eine erweiterte Parkgarage am Unteren Graben und praktisch flächendeckende Verkehrsentlastung Altstadt: Dem Stadtrat ist mit seinen gestern präsentierten Entscheiden aus Sicht der städtischen Wirtschaftsorganisationen ein Vorschlag mit dem Potenzial zum «grossen Wurf» gelungen – wenn das ganze politische Spektrum bereit ist, sich auf diesen Konsens einzulassen.

Für die Wirtschaftsorganisationen (HEV, WISG, ProCity und Gewerbe) war auch nach dem ablehnenden Volksentscheid zur Marktplatz-Vorlage klar, dass nur eine Verbindung von Verkehrsentlastung und Ersatzlösung für die aufzuhebenden oberirdischen Parkplätze die Innenstadt «zukunftsfähig» machen kann: Für Gewerbe und Wirtschaft ist eine Altstadt ohne motorisierten Individualverkehr denkbar und sogar anzustreben – wenn in unmittelbarer Nähe genügend Parkiermöglichkeiten vorhanden sind und damit die Erreichbarkeit über öffentlichen und privaten Verkehr gewährleistet bleibt. Auch ein Weltkulturerbe ist nämlich nur totes Erbe, wenn es kaum oder nur schwer zu erreichen ist – und das Gleiche gilt für das vielfältige und leistungsfähige Gewerbe und den Handel in der Innenstadt, der verkehrsmässig ohnehin schwierigere Bedingungen hat als grosse Einkaufszentren in der Peripherie. Mit der in Aussicht gestellten Konzession für die – gegenüber der Marktplatz-Vorlage – redimensionierte Parkgarage «Union plus» und der Unterstützung für ein weiteres Parkgaragen-Projekt am Unteren Graben schafft der Stadtrat nun die Voraussetzungen für die Verkehrsentlastung der Innenstadt.

Konsens nicht gefährden

Für die Wirtschaftsorganisationen gehen die Vorschläge des Stadtrats, der mit dieser Vorlage Parkplätze in der Altstadt und Innenstadt «saldieren» - also aufheben –, in der Innenstadt West plafonieren und in der Innenstadt Ost begrenzen will, an die «Schmerzgrenze», die bereits im Parkplatzkonsens geritzt wurde. Die Wirtschaft ist aber – im Sinn der stadträtlichen «ganzheitlichen und strategischen Stadtentwicklung» bereit, sich auf diesen Konsens einzulassen. Sie erwartet aber von den Parkhaus-Gegnern aus dem linken politischen Lager, dass sie ebenfalls bereit sind, von ihren Maximalforderungen Abstand zu nehmen. Wenn die SP in ihrer übereilten ersten Reaktion von einem «Parkgaragen-Schwank» spricht, dann ist sie die eigentliche Regisseurin dieses Schwanks: Ihre Vision scheint jene einer nicht nur verkehrs-, sondern auch besucherfreien Innenstadt zu sein.

Mehrheitsfähige Lösung

Der Stadtrat jedenfalls hat die Anliegen der Bevölkerung ideal kombiniert: Eine praktisch ganz verkehrsfreie Altstadt, ideal erschlossen durch öffentlichen Verkehr und nahegelegene Parkgaragen. Die Chancen, dass eine solche Lösung auch bei der breiten Bevölkerung positiv aufgenommen wird, sind jedenfalls gross. Die Wirtschaft der Stadt St.Gallen wird sich gemeinsam und engagiert dafür engagieren, dass diese Entscheide umgesetzt werden können.

 

Informationen der Stadt zu den Entscheiden in Sachen Parkgaragen/verkehrsentlastete Altstadt

druckenzum Seitenanfangzurück