Über 70 Berufsbildner, -beraterinnen und Lehrpersonen am 3. Triebwerk-Forum in St.Gallen

Thursday, 12. December 2013

Kompetenzorientierung und Anforderungsprofile: Sind dies die Patentrezepte, dank denen der Übertritt von der Schule in den Beruf einfacher wird? Mit dieser und weiteren Fragen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf befassten sich am 3. Forum des Vereins «Triebwerk» in St.Gallen über 70 Berufsbildungsverantwortliche aus der Wirtschaft, Berufsberatungs- sowie Real- und Sekundarlehrpersonen.

Der Verein «Triebwerk» verfolgt das Ziel, im Austausch zwischen Lernenden, Lehrpersonen, Fachleuten der Berufsberatung und Berufsbildungsverantwortlichen aus der Wirtschaft das Spannungsfeld an der Schnittstelle zwischen Schule und Berufseinstieg zu verringern. Eine der Austausch-Plattformen ist das jährliche Triebwerk-Forum. Zur dritten Ausgabe, dessen Durchführung massgeblich vom Schulamt der Stadt St.Gallen unterstützt wurde, konnten «Triebwerk»-Geschäftsführerin Priska Ziegler und Schulamts-Leiter Christian Crottogini über 70 Teilnehmende begrüssen.

Lehrplan, Zeugnisse, Anforderungsprofile

Im Zentrum des dritten «Triebwerk»-Forums standen der neue Lehrplan 21, der aktuell in Vernehmlassung ist, mit seiner Kompetenzorientierung einerseits und Anforderungsprofile zu Berufen, wie sie der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) aktuell in einem breit angelegten Projekt erarbeitet: Bilden die beiden Ansätze «Allheilmittel», die den Übertritt von der Schule in den Beruf und die Zusammenarbeit der beiden Systeme an ihrer Schnittstelle einfacher machen? Wie sieht eine Person in einem Betrieb, die für die Berufsbildung verantwortlich, ist, welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler mitbringen? Wie sehen diese und ihre Lehrpersonen, was sie für die verschiedenen Berufe mitbringen müssen? Muss die Schnittstelle Schule – Beruf neu gestaltet werden? Was bedeuten der Lehrplan 21 und die neuen Anforderungsprofile für die Schule, was die Lehrbetriebe?

Hin zum Lehrplan 21

im Dialog Eine der wichtigsten Erkenntnisse und Forderungen aus dem Forum lag darin, dass der Dialog, der im Rahmen der «Triebwerk»-Aktivitäten gepflegt wird, auch in der weiteren Entwicklung hin zur Einführung des Lehrplans 21 greifen sollte. «Die Diskussion hat eines gezeigt: Wenn es gelingt, die Anforderungsprofile des SGV zu etablieren und mit dem Kompetenzraster des Lehrplans 21 zu verknüpfen, ist vieles gewonnen», fasste Priska Ziegler die Ergebnisse des Abends zusammen. «Voraussetzung dafür ist, dass die Gremien, die im Kanton mit der Umsetzung und Einführung des Lehrplans 21 beauftragt sind, den Dialog mit der Schule und den Lehrbetrieben pflegen.»

Schulzeugnisse wie Arbeitszeugnisse

Den Einstieg in die Diskussionen lieferten Walter Goetze vom BfB Büro für Bildungsfragen AG, Projektleiter Anforderungsprofile des SGV, und – zum Lehrplan 21 – Stefan Wehrle, pädagogischer Mitarbeiter des Bildungsdepartementes des Kantons St.Gallen, mit ihren Inputreferaten. Die intensiven Diskussionen im Plenum und in Arbeitsgruppen im Anschluss daran zeigten einen breiten Fächer möglicher Massnahmen auf, um das gegenseitige Verständnis der Verantwortlichen in Schule und Berufsbildung für die Kompetenzen der Auszubildenden zu erhöhen und den Übertritt vom einen ins andere System zu erleichtern. Schulzeugnisse könnten wie Arbeitszeugnisse aufgebaut und ausgestellt werden. Der Berufswahlprozess sollte so modular wie möglich aufgebaut sein, damit die Jugendlichen ihn ihrer persönlichen Entwicklung entsprechend durchlaufen können. Berufserkundigungen in Unternehmen bilden ein wichtiges «Schaufenster» in die Berufswelt.

Vgl. auch www.triebwerk-sg.ch

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