Eine Chance im nationalen Milliardenkonzert

Friday, 20. June 2014

Von Arbon nach St.Gallen oder umgekehrt in rund einer Viertelstunde. Dies könnte mit einer S-Bahn-Verlängerung über Wittenbach nach Arbon oder der Umlegung des künftigen Schnellzugs St.Gallen-Konstanz über Arbon Realität werden. Die Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee fordert die Ostschweizer Kantone auf, entsprechende Angebotskonzepte mit Nachdruck auf Bundesebene einzubringen und prüfen zu lassen.

Vor Monatsfrist wurde die Vision für einen Ausbau des Bahnangebots zwischen St.Gallen und Arbon präsentiert. Ziel ist es, die beiden Städte St.Gallen und Arbon besser miteinander zu verbinden sowie mit Arbon, eine weitere wichtige Ostschweizer Stadt, direkt ins Angebot St.Gallen-Romanshorn-Konstanz (-Singen-Schaffhausen-Basel) einzubinden. Gemäss der Grundsatzabklärung der ETH Zürich im Auftrag der Trägerschaft des Agglomerationsprogramms St.Gallen / Arbon-Rorschach wären eine Fahrzeit von 13 Minuten und bis zu vier Züge stündlich möglich. Dafür müssten in Ergänzung zum bestehenden Bahnnetz Neubauabschnitte realisiert werden können.

Region fordert gemeinsamen Einsatz der Ostschweizer Kantone

Rolf Geiger, Geschäftsleiter der Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee, ist überzeugt: „Die Realisierung wäre eine Chance für die Entwicklung der gesamten Region. Deshalb sehe ich im nationalen Milliardenkonzert durchaus Möglichkeiten für das Ostschweizer 100-Millionen-Vorhaben.“ Dafür müsse es aber gelingen, sämtliche Kräfte zu bündeln.

Heute hat deshalb die Region Appenzell AR - St.Gallen - Bodensee, als Vereinigung von 44 politischen Gemeinden im Grossraum St.Gallen die Konferenz der Direktoren des öffentlichen Verkehrs der Ostschweiz aufgefordert, zwei Angebotskonzepte mit direkter halbstündlicher Verbindung St.Gallen-Arbon über eine der möglichen Neubaustrecken mit Nachdruck in die nationalen Planungsgremien für den Bahnausbauschritt 2030 einzubringen.

14‘000 Personen direkt an St.Gallen anbinden

Um Arbon mit seinen rund 14‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern direkter an St.Gallen anzubinden und für die St. Galler den Naherholungsraum Bodensee mit dem öffentlichen Verkehr besser zu erschliessen, steht einerseits eine Variante mit einer halbstündlichen S-Bahn-Verbindung zwischen St.Gallen und Arbon zur Debatte. Dazu sollen die bereits bestehenden S-Bahn-Züge St.Gallen-Wittenbach über die Neubaustrecke bis Arbon verlängert werden.

Eine zweite vielversprechende Variante besteht in der Umlegung des geplanten Schnellzuges St.Gallen-Konstanz von der Stammstrecke St.Gallen-Romanshorn auf die Neubaustrecke über Arbon. „Das erschliesst nicht nur weiteres Fahrgastpotenzial. Mit dem enormen inneren Entwicklungspotenzial für Wohnen und Arbeiten in direkter Bahnhofsnähe im SaurerWerk2, das sich bereits in Realisierung befindet, wird die Bedeutung von Arbon in Zukunft noch zunehmen“ ist Andreas Balg, Stadtammann von Arbon, überzeugt. „Nutzen wir die Chance und stellen wir doch heute die Weichen!“

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