Engpassbeseitung in St. Gallen: Weitsichtige und nachhaltige Lösung für Region und Stadt

Friday, 07. November 2014
Katja Tinner

Die IG Engpassbeseitigung ist hoch erfreut über die von Bund, Kanton und Stadt erarbeitete, zukunftsgerichtete Lösung zur Engpassbeseitigung im Raum St.Gallen. Sie dankt dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), der St.Galler Regierung und dem Stadtrat sowie der Verwaltung von Bund, Kanton und Stadt für die sorgfältige und durchdachte Arbeit zur nachhaltigen Verkehrsentlastung der ganzen Region. Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Lösung der grossen Verkehrsprobleme richtig gestellt. Erforderlich ist nun eine rasche Umsetzung der zukunftsgerichteten Projekte.

Die im Raum St.Gallen seit 27 Jahren existierende A1, die Strassen um, in und aus der Stadt und die Innenstadt von St.Gallen sind durch die hohe Verkehrszunahme täglich immer mehr überlastet. Kleinste Störungen, ja selbst normale Strassen- und Unterhaltsarbeiten führen zu langen Staus und lästigen Wartezeiten. Autos, aber auch Trolley- und Autobusse sowie der Langsamverkehr sind behindert. Auf der A1 bestehen zunehmend Sicherheitsprobleme. Leidtragende sind täglich insbesondere Zehntausende von Verkehrsteilnehmern aus der Stadt, den angrenzenden Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden sowie Thurgau. Staus und Verkehrsbehinderungen sind nicht nur lästig und nervenaufreibend, sondern auch volkwirtschaftlich schädlich und umwelttechnisch höchst unerwünscht. In der Stadt St.Gallen sind ganze Quartiere zunehmend von täglichen Staus und stehenden Fahrzeugkolonnen belastet.

Eine überregionale und sachgerechte Lösung ist daher zwingend, damit die Region, aber auch die Stadt nicht im zunehmenden Verkehr versinkt. Ohne rasche Anpassungen wird dies in wenigen Jahren der Fall sein.

Ständerat und Nationalrat haben mit der Verabschiedung der bundesrätlichen Programmbotschaft zur Engpassbeseitigung in diesem Jahr den dringenden Handlungsbedarf im Raum St.Gallen klar erkannt. Der Engpassbeseitigung im Raum St.Gallen wurde eine hohe Priorität eingeräumt. Gestützt auf diese Beschlüsse wurden in den letzten Monaten vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), dem Kanton St.Gallen und der Stadt St.Gallen intensive Variantenstudien betrieben.

Die 3. Röhre durch den Rosenbergtunnel ist als ideale Lösung zur Entlastung des Durchgangsverkehrs zwischen dem Rheintal/Thurgau und dem Grossraum Wil/Zürich unbestritten.

In Ergänzung dazu haben die beteiligten Behörden nun nach Studium von zahlreichen Varianten Ende dieser Woche eine in hohem Masse überzeugende Lösung für den Anschluss an die Innenstadt und das Appenzellerland präsentiert. Es darf anerkennenderweise gesagt werden, dass es gelungen ist, den gordischen Knoten zur Verbesserung aller Verkehrsträger zu durchschlagen und eine verkehrstechnisch, ökologisch, raumplanerisch sehr nachhaltige und weitsichtige Lösung vorzuschlagen.

Mit einer unterirdischen Verzweigungslösung am Rande des Güterbahnhofareals und einer Zusammenlegung und Verlegung der Trasses von Appenzellerbahn, Autobahnausfahrt und Langsamverkehr in den Bereich zwischen den SBB-Geleisen und den heutigen SBB-Lagergebäuden wird der Anschluss an die A1 in die Hauptverkehrsrichtung nicht nur für die Stadt in idealer Weise ergänzt. Es wird auch Raum frei für das interessante Entwicklungsgebiet des Güterbahnhofes.

Die geplante direkte Verbindung ins Appenzellerland mit einem Tunnel in den Raum Liebegg führt zu einer massiven Verbesserung des Verkehrsflusses zwischen Riethüsli und Schorentunnel. Sie entlastet die Quartiere Riethüsli, Oberstrasse und Tschudiwies vom Durchgangsverkehr.

Gesamthaft wird wertvoller städtischer Entwicklungsraum für innerstädtische Nutzungen gewonnen und öffentlicher Verkehr, Individualverkehr und Langsamverkehr ideal in einem Trasse zusammengeführt, ohne dass ein Verkehrsträger gegen den anderen ausgespielt wird. Vorhandene Flaschenhälse und Engpässe werden gesamtheitlich beseitigt. Langjährige verkehrliche Schwachstellen werden eliminiert.

Die erarbeitete Lösung ist weitsichtig. Auf sie haben die Bewohner und Verkehrsteilnehmer der Stadt und der Region seit langem gewartet. Die dringend erforderliche verkehrliche Entlastung ist damit in greifbare Nähe gerückt. Es gilt nun, die Details rasch näher auszuarbeiten, damit den zuständigen Behörden von Bund und Kanton die erforderlichen Projekte ohne Verzug eingereicht werden können. 

Hier geht es zum Artikel im Tagblatt.

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