NEIN zum Marktplatz OHNE Markt!

Monday, 02. February 2015

Mit der Marktplatz-Neugestaltung legen Stadtrat und Parlament kein überarbeitetes Projekt für den Marktplatz, sondern eine simple, viel zu teure Sanierungsvorlage für über 21 Millionen vor. Statt mit einem sinnvoll und kundenorientiert gestalteten Begegnungs-Marktplatz Mehrwert zu schaffen, wird der ständige Markt abgerissen und nicht ersetzt. Ein Konzept, wie der Markt zukünftig gesichert werden soll, fehlt gänzlich. Die Wirtschaftsverbände, FDP und SVP der Stadt St.Gallen setzen sich daher für ein NEIN zum «Marktplatz ohne Markt» ein.

Bei der Abstimmung am 8. März entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt St.Gallen eigentlich über die «Neugestaltung» von Bohl, Marktplatz und Blumenmarkt. Von einer «Gestaltung» kann aber nicht die Rede sein, denn die Vorlage wird der Bedeutung des Marktplatzes als Begegnungsort in keiner Weise gerecht. «Das wichtigste Anliegen, die Zukunftssicherung des Marktes – insbesondere des ständigen Marktes – ist in dieser Vorlage „vergessen“ gegangen», kritisiert SVP-Stadtparlamentarier Heini Seger an der Medienkonferenz des Nein-Komitees. 

Ständiger Markt soll verschwinden

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird vom Komitee als äusserst schlecht angesehen: Für über 21 Millionen gibt es im Wesentlichen einen neu gepflästerten Platz und eine unnötige Event-Location im «Taubenloch» samt einer WC-Anlage, die allein fast 2 Millionen Franken kostet. Ausserdem werden ÖV-Haltestellen und Taxi-Standplätze an umstrittene Standorte verlegt. Fragwürdig sind aus Sicht des Nein-Komitees auch die über 3 Millionen Franken Reserven im Budget – in einer Zeit, in der Schulhaus-Renovationen aus Kostengründen verschoben werden.

Mit dem Projekt werden auch die ständigen Markthäuschen abgerissen und nicht ersetzt – den sogenannten Blumenmarkt, wie wir ihn heute kennen, wird es nicht mehr geben. «Die Atmosphäre, die Begegnungen und der Charme unserer Stadt sind ebenso gefährdet wie die Arbeitsplätze der Marktstand-Betreiber», betont Andreas Dudli, Präsident der FDP Stadt St.Gallen: «Der Stadtrat präsentiert den Bürgerinnen und Bürgern eine teure Nicht-Lösung!»

Umfassende und partizipative Neu-Planung wird erwartet

Das Komitee «NEIN zum Millionen teuren Pflaster-Marktplatz» empfiehlt ein Nein und fordert eine partizipative Neu-Planung, da der Baubeginn – selbst bei einer Annahme der Vorlage – erst für 2019 geplant ist. Ralph Bleuer, Präsident von Pro City, dazu: «Die Neugestaltung von Bohl, Marktplatz und Blumenmarkt ist wichtig für die Entwicklung unserer Stadt. Der Gallusplatz kann als Beispiel dienen, wie ein Platz mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln für die öffentliche Nutzung aufgewertet werden kann. Werden dann noch neu Verkaufsstände wie seit neustem beim Globus platziert, dann sind wir nah bei der Lösung, wie wir sie uns vorstellen».  

www.marktplatz-nein.ch

Bildlegende:
«Nein zu einem Marktplatz ohne Markt» sagt das Komitee (v.l.n.r.) mit Werner Kühne (Präsident Wirtschaft St.Gallen Ost), Heini Seger (SVP-Stadtparlamentarier), Andreas Dudli (Präsident FDP Stadt St.Gallen), Ralph Bleuer (Präsident Pro City) und Gian Bazzi (Präsident Gewerbe Stadt St.Gallen) – hier vor dem ständigen Markt, den die Stadt ersatzlos aufheben will. (Foto pd).

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