Energiekonzept 2050 der Stadt St.Gallen: Aktueller Stand und Ausblick

Wednesday, 18. March 2015

Die Energiestadt Gold St.Gallen kann die Ziele des Energiekonzepts 2050 auch ohne Geothermie-Kraftwerk erreichen. Dazu werden bei der städtischen Wärme- und Stromversorgung sowie bei der Mobilität die Massnahmen für eine effiziente und erneuerbare Energienutzung fortgeführt oder – weil sie bereits Wirkung zeigen – zum Teil noch verstärkt.

Ziel des Energiekonzepts 2050 der Stadt St.Gallen ist eine sichere, soziale, wirtschaftliche und umweltschonende Energieversorgung. Die Stadt soll im Jahr 2050 halb so viel Energie verbrauchen, den grössten Teil mit erneuerbaren Energien decken und vollständig auf Atomenergie verzichten.

Nach dem Abbruch des Geothermieprojekts im Mai 2014 wurden das Energiekonzept und der Massnahmenkatalog mit rund 150 Positionen den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Die energiepolitischen Ziele wurden anhand von Modellrechnungen überprüft und ihre Machbarkeit bestätigt.

Effiziente und möglichst erneuerbare Energieversorgung

Als Basis für die effiziente Wärmeversorgung der Stadt St.Gallen wird das Fernwärmenetz im Talbereich weiter ausgebaut. Die nicht verfügbare Geothermie-Wärme wird durch die verbesserte Abwärmenutzung beim Kehrichtheizkraftwerk und durch den Bau einiger Blockheizkraftwerke wettgemacht. Blockheizkraftwerke produzieren gleichzeitig Wärme und Strom, sind effizient und tragen zur Versorgungssicherheit bei. Diese Kraftwerke werden kurz- und mittelfristig mit Erdgas betrieben. Um den CO2-Ausstoss zu senken, soll das Erdgas jedoch zunehmend durch Biogas ergänzt werden oder durch Gas, das aus überschüssigem Solarstrom produziert wird (Power-to-Gas-Methode).

Im Sommer, wenn die Blockheizkraftwerke mangels Wärmebedarf nicht betrieben werden, soll der Solarstrom-Anteil bei der Stromversorgung weiter erhöht werden. Die Stadt treibt daher den Bau neuer Solarstrom-Anlagen voran und unterstützt diese finanziell. Ein aktuelles Beispiel dazu ist das gemeinsame Projekt der Sankt Galler Stadtwerke mit der Stadion St.Gallen AG. Die geplante Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der AFG Arena soll den Strombedarf von rund 140 Haushalten decken (siehe separate Medienmitteilung).

Im Bereich der Mobilität strebt die Stadt die Veränderung des Modalsplits zugunsten des öffentlichen sowie des Velo- und Fussverkehrs an. Ein weiteres Ziel ist das Wachstum der Elektromobilität, welche die Energie besonders effizient nutzt. Neu erhalten auf Stadtgebiet angesiedelte Unternehmen mit einer mindestens zwei Fahrzeuge umfassenden Fahrzeugflotte beim Kauf von effizienten Personenwagen oder Elektromotorrädern Fördergelder aus dem städtischen Energiefonds.

Neue Fördergelder für Blockheizkraftwerke

Als Folge der Anpassungen des Energiekonzepts 2050 wird das städtische Förderprogramm erweitert. Seit dem 1. Januar 2015 werden unter anderem der Ersatz von Elektroheizungen und der Einbau von Blockheizkraftwerken neu mit Fördergeldern unterstützt.

Energiekonzept zeigt Wirkung

Dass die im Rahmen des Energiekonzepts in Angriff genommenen Massnahmen wirken, belegt eine gesamtstädtische Auswertung: Der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoss pro Person sanken seit dem Jahr 2007 um gut 10 Prozent nachdem sie bis 2006 kontinuierlich gestiegen waren. Um die ambitionierten Ziele des Energiekonzepts bis ins Jahr 2050 zu erreichen ist es wichtig, den eingeschlagenen Weg mutig, konsequent und innovativ weiterzugehen.

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