Neue Kongressstrategie für den Standort St.Gallen

Friday, 09. October 2015

Die Stadt St.Gallen verstärkt ihre Positionierung als Kongressstadt. Unter der Leitung der Standortförderung Stadt St.Gallen erarbeiteten verschiedene Akteure gemeinsam Massnahmen, um die Gallusstadt als Kongressort attraktiver zu gestalten. Unter anderem will die Stadt St.Gallen über die nächsten fünf Jahre insgesamt CHF 500‘000 in die Bestandespflege und Neuansiedlung von Kongressen investieren.

Nicht nur St.Gallen setzt auf den Kongresstourismus. Der Kongressmarkt ist durch zunehmende Konkurrenz geprägt, in vielen Schweizer Städten wurde in die Kongressinfrastrukturen investiert. Eine besondere Situation besteht für die grenznahe Stadt St.Gallen: Der starke Franken beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich. Um den Standort St.Gallen nachhaltig zu stärken, hat die Arbeitsgruppe Kongress (ARGE Kongress), bestehend aus St.Gallen–Bodensee Tourismus, den Olma Messen St.Gallen, der städtischen und kantonalen Standortförderung, dem Hotelierverein St.Gallen–Bodensee sowie der Universität St.Gallen als Vertretung der Bildungsinstitutionen und Pro City als Vertreter des Gewerbes eine zukunftsorientierte Kongressstrategie erarbeitet.

Der Fokus liegt neben finanziellen Massnahmen auf der Kundenorientierung. Neu steht den Kongressveranstaltern mit St.Gallen–Bodensee Convention ein Ansprechpartner zur Verfügung. Dieser koordiniert und stimmt die Anfrage mit den beteiligten Akteuren ab. Dieser Ablauf ist bereits seit 1. Januar 2015 in Kraft.

Eine gemeinsame Förderstrategie wurde als weitere Massnahme definiert. Das Stadtparlament wird voraussichtlich in seiner Oktober-Sitzung über einen entsprechenden Verpflichtungskredit von CHF 500‘000 für fünf Jahre entscheiden. Damit hat die Stadt St.Gallen neu die Möglichkeit, gezielt Kongresse zu fördern. Die finanzielle Unterstützung fällt gemäss verschiedenen Kriterien wie der regionalen Verankerung, der Wertschöpfung, der Anzahl Durchführungen am Standort St.Gallen oder der Phase, in der sich ein Kongress befindet, unterschiedlich aus. Die in der Region entstandenen Kongresse, welche sich langfristig am Standort St.Gallen weiterentwickeln werden, sollen am aktivsten gefördert werden. Sie sind mit der nachhaltigen Entwicklung des Wirtschaftsstandorts St.Gallen am engsten verknüpft.

Als weitere Massnahme werden Transport-Angebote für Kongressbesuchende erarbeitet. Ziel ist es, dass diese von ihrer Unterkunft bis zum Kongressort kostenlos den öffentlichen Verkehr nutzen können.

Es ist bekannt, dass das lokale Hotelangebot zu wenig Betten für grössere Kongresse bietet. Einerseits sind Hotels in Entstehung oder in Planung, wie beispielsweise das Hotel One66 im Westen der Stadt. Weitere potenzielle Hotelstandorte werden bei Arealentwicklungen von der Stadt eruiert. Mittelfristig sollen genügend Hotelbetten zur Verfügung stehen, um auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Grosskongressen beherbergen zu können.

Bereits jetzt ist die Zusammenarbeit mit Kongressveranstalterinnen- und veranstaltern spürbar besser geworden, insbesondere im Medizinalbereich. Diese Neuausrichtung der Kongressstrategie bietet verschiedene Vorteile für den Standort St.Gallen. Die Positionierung als Kongress- und Wirtschaftsstandort wird gestärkt, ebenfalls werden die Wahrnehmung und das Image verbessert und nach aussen getragen. Die erhöhte Professionalisierung und effizientere Abwicklung von Anfragen bringen im Sinne einer verstärkten Kundenorientierung den Veranstaltenden klare Vorteile. Mit all diesen Bestrebungen erhofft sich die Stadt St.Gallen gemeinsam mit den Akteuren am Standort eine bessere Positionierung im Standortortwettbewerb für Kongresse und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft.

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