Regionen fordern Optimierung der Bahnplanung Zürich-Fürstenland-St.Gallen-Bodensee/Rheintal

Wednesday, 07. September 2016

Die Regionen begrüssen in der Stossrichtung die geplanten Ausbauschritte der SBB im Fernverkehr ab 2019. Sie führen allerdings zu nicht akzeptierbaren Nachteilen für den Knoten Wil. Und die Bahn 2000 bleibt damit für die Ostschweiz ein leeres Versprechen. Die REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee, die Region St.Galler Rheintal und die Regio Wil fordern deshalb den Bund und die SBB eindringlich dazu auf, die Planungen für diesen Zeithorizont zu optimieren.

Die SBB haben gestern über das geplante Fernverkehrsangebot für 2019 (Einführung Dezember 2018) und die folgenden Jahre informiert. Im Wesentlichen sehen die SBB die Weiterführung des Rheintal-Express über Wil hinaus bis Zürich vor. Das ergibt einen Halbstundentakt St.Gallen-Gossau-Flawil-Uzwil-Wil-Zürich, neu mit Bedienung von Zürich-Oerlikon. Die schnelleren, 2016 stündlich eingeführten Intercity Zürich-Winterthur-St.Gallen sollen zudem ab 2021 durch zusätzliche Züge ergänzt werden, wodurch sich zu Hauptverkehrszeiten ein Halbstundentakt der Intercity Zürich-Winterthur-St.Gallen ergibt.

Nicht akzeptierbare Nachteile für den Knoten Wil

Für den Knoten Wil sind mit dem Angebotskonzept 2019 bzw. 2021 jedoch gravierende Nachteile verbunden: Die Verknüpfung zwischen dem Regionalverkehr (Bus, Bahn) und dem Fernverkehr fällt auseinander. So wären zum Beispiel die Verbindungen aus dem Umland von Wil Richtung St.Gallen mit Wartezeiten von bis zu 20 Minuten am Bahnhof Wil verbunden. Für Susanne Hartmann, Stadtpräsidentin von Wil ist klar: „Diese Situation ist für Wil und die Region nicht akzeptierbar“. Auch ist keine gute Abfolge der Interregio- und S-Bahn-Züge auf der Strecke Wil-Uzwil-Flawil-Gossau-St.Gallen in Form eines annähernden Viertelstundentakts geplant.

Weiterhin uneingelöstes Versprechen Bahn 2000 für St.Gallen

Für die Agglomerationen am Bodensee und im Rheintal wird mit Interregio-Zügen eine stündliche Direktverbindung Zürich-Rorschach-Heerbrugg-Altstätten geschaffen. Das ist ein erfreulicher Schritt. „Der lange versprochene saubere Anschlussknoten 00/30 im Fernverkehr und damit Bahn 2000 für St.Gallen bleibt aber weiterhin ein leeres Versprechen“, betont Thomas Scheitlin, Präsident der Stadt und REGIO St.Gallen. Ein 2015 von sämtlichen Fraktionen des St. Galler Kantonsrates unterstütztes Postulat mit dieser Forderung kann damit auch nicht eingelöst werden. Eine gravierende Folge davon ist, dass die S-Bahn St.Gallen nach wie vor unvollendet bleibt: Der für 2019 geplante Viertelstundentakt St.Gallen-Rorschach wird nicht realisiert, die Durchbindungen in St.Gallen bleiben unvollständig und die Bedienung der Stadtbahnhöfe Bruggen und Winkeln bleiben weiterhin vollends ungenügend.

Optimierung der Planung zwingend nötig

Das geplante Angebotskonzept für 2019 bzw. 2021 ist deshalb zwingend zu optimieren. Die REGIO Appenzell AR – St.Gallen – Bodensee, die Region St.Galler Rheintal und die Regio Wil fordern deshalb den Bund und die SBB eindringlich dazu auf, die Planungen zu optimieren und die von den Regionen gemeinsam erarbeiteten Lösungsansätze zu prüfen. Für Thomas Ammann, Nationalrat und Präsident der Region St.Galler Rheintal, ist klar: „Bahn 2000 muss nun endlich mit 20 Jahren Verspätung in der Ostschweiz ankommen“.

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