Überdeckungsprojekt Stadtautobahn St.Gallen gewinnt an Kontur: «Neuland» in Sicht

Wednesday, 14. December 2016

Der Verwaltungsrat der Genossenschaft Olma Messen St.Gallen hat beschlossen, das Projekt «Zukunftschance Neuland – Erweiterung Olma Areal Ost» auf der Grundlage vertiefter Vorabklärungen weiterzuverfolgen. Gemäss der aktuellen Kostenschätzung soll die geplante Autobahnüberdeckung zur Erweiterung des Messegeländes rund 42 Millionen Franken kosten. Es stehen nun Gespräche mit Stadt und Kanton zum Finanzierungsschlüssel an. Den Löwenanteil des Projektes, nämlich die neue Messehalle sowie die Anpassung der Infrastruktur, würden die Olma Messen selbst finanzieren.

Vor rund zwei Jahren lancierten die Olma Messen die Idee der Überdeckung des Ostportals des Rosenbergtunnels auf der A1 Stadtautobahn zur «Landgewinnung» für den Bau einer neuen Messehalle und einer erweiterten Messe-Infrastruktur. Nach Machbarkeitsstudien und Testplanungen liegt nun eine detaillierte und fundierte Kostenschätzung für die Überdeckung vor, welche die Erweiterung überhaupt erst möglich macht. Der Bau des «Deckels» soll rund 33 Millionen Franken kosten. Hinzu kommen die einmalig abgegoltenen Betriebskosten in der Höhe von rund 9 Millionen Franken. Aufgrund der Höhe der Investitionen für die Mobilisierung des Baulandes ist eine Realisierung nur unter der Beteiligung von Stadt und Kanton machbar. Entsprechende Gespräche werden nun in den nächsten Monaten geführt.

Hallenneubau finanziert durch Olma Messen

Nach einer Testplanung für die neue Messehalle auf der vorgesehenen Überdeckung und einer darauf basierenden Grobkostenschätzung gehen die Olma Messen davon aus, diesen Teil der Investitionen durch erarbeitete Eigenmittel und durch Bankkredite zu finanzieren. Eine verlässliche Kostenschätzung für die neue Messehalle ist erst nach Vorliegen eines konkreten Projektes möglich. Dieses wird im Konkurrenzverfahren ermittelt werden. Der Direktor der Olma Messen, Nicolo Paganini: «Es ist aber jetzt schon klar, dass der Hallenneubau den Löwenanteil der Kosten ausmachen wird. Diesen werden wir aus eigener Kraft finanzieren. Mit der Realisierung der Überdeckung möchten wir uns das nötige Land für die Weiterentwicklung sichern.»

Messestadt St.Gallen unter Druck

Während andere Messestädte in den letzten Jahren massiv in die Infrastruktur investierten, konnten in St.Gallen die notwendigen Erweiterungsinvestitionen über Jahre nicht getätigt werden. Das letzte grössere Projekt wurde 1999 mit der Inbetriebnahme der Halle 9 erfolgreich realisiert. Verschiedene Gründe machen eine Weiterentwicklung des Messeangebotes nun dringend nötig. Die Halle 1 ist nicht mehr zeitgemäss und deshalb bei Ausstellern unbeliebt. Die Nachfrage nach Veranstaltungsorten ist grösser als das Angebot und wird in Zukunft noch zunehmen.

Marktpotential besser ausnutzen

Mit der erweiterten Infrastruktur wird das vorhandene Marktpotenzial besser ausgeschöpft werden können. Der Verkauf von mehr nachgefragten Flächen bei bestehenden Messen wie der Olma und der Tier&Technik wird möglich. In den meist nachgefragten Zeiträumen für Kongresse, Events und Personalfeste zwischen Februar und Mai sowie jeweils zwischen September und Ende November können neu mehr Parallelnutzungen angeboten werden. Zudem werden Events möglich, für welche die Olma Messen bisher nicht über die entsprechenden Räumlichkeiten verfügten wie zum Beispiel für Grosskonzerte oder Grossevents wie Sportveranstaltungen.

Mut zu einer kräftigen Vision

Die räumliche Entwicklung ist nur nach Osten möglich. Im Bewusstsein der Komplexität des Projekts haben Verwaltungsrat und Geschäftsleitung Ausgangslage, Bedürfnisse und mögliche Optionen sorgfältig geprüft. «Mit der Lancierung der Idee der Überdeckung des Ostportals beim Rosenbergtunnel können Kanton, Stadt und Olma Messen St. Gallen Pioniergeist zeigen. Jetzt geht es darum, gemeinsam mit allen Betroffenen einen zukunftsträchtigen Weg zu gehen», bekräftigt der Verwaltungsratspräsident der Olma Messen Thomas Scheitlin.

Projekt wird zur öffentlichen Sache

Bereits im Jahr 2015 hatte das Bundesamt für Strassen ASTRA grundsätzlich grünes Licht für die Weiterplanung der Autobahnüberdeckung gegeben. Die Zusammenarbeit mit dem ASTRA verlief auch seither stets konstruktiv und effizient. In diesem Belang kann auf ein gutes und ergebnisreiches Jahr zurückgeblickt werden. Nebst den Gesprächen zum Finanzierungsschlüssel stehen die Einleitung des erforderlichen Einzonungsverfahrens für die Überdeckung sowie die Bestimmung und die Vorbereitung des Architektur-Konkurrenzverfahrens für den Hochbau an. Die für den Bau nötige Zonenplanänderung liegt in der Zuständigkeit des Stadtparlamentes. Auf der Basis der Einzonung werden dann die Dienstbarkeiten zwischen ASTRA und den Grundeigentümern Stadt St.Gallen und Olma Messen geregelt und so die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau der Halle geschaffen. Nach erfolgter Umzonung können dann die Bewilligungsverfahren für die Autobahnüberdeckung, die Hochbauten und die Umgebung an die Hand genommen werden.

Die Verantwortlichen werden das direkte Gespräch mit Nachbarschaft und Quartier zur gegebenen Zeit suchen, denn ein transparenter und nachvollziehbarer Projektprozess ist für die Olma Messen von zentraler Bedeutung. «Die Olma Messen sind ein Teil der Ostschweizer-Seele. Darum ist uns der Dialog mit allen Betroffenen sehr wichtig», meint Paganini. «Wir sind für den Erhalt dieses Kultur- und Wirtschaftsgutes verantwortlich. Nur gemeinsam können wir den Messeplatz St.Gallen konkurrenzfähig und zukunftsträchtig machen.»

Thomas Scheitlin, Stadtpräsident und Verwaltungsratspräsident der Olma Messen St.Gallen, freut sich über die einmalige Chance, die Erfolgsgeschichte der Olma Messen über die Stadt und Region hinaus nachhaltig zu sichern. «Mit neuer Qualität und Grösse der Messe- und Kongressinfrastruktur wird es uns besser gelingen, weitere Veranstaltungen von nationalem und internationalem Format in die Ostschweiz zu bringen.»

«Die Olma Messen sind ein bedeutender Leistungsträger für Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, der sich weiter entwickeln muss. Zudem symbolisieren die Olma Messen einen Pfeiler unserer Ostschweizer-Identität.»

 

 

Bildlegende: Die Genossenschaft Olma Messen St.Gallen konkretisiert das Projekt einer Erweiterung der Infrastruktur mittels Autobahnüberdeckung.

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