Wettbewerb für Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt

Thursday, 14. December 2017

Verschiedene Interessensgruppen haben in einem partizipativen Verfahren, dem «Forum Marktplatz», ihre Ansprüche an das Gebiet Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt zusammengetragen. Die Auswertung hat aufgezeigt, dass die früheren Projekte diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllen. Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, einen offenen und anonymen Wettbewerb für die Neugestaltung durchzuführen. Eine Verkehrsstudie soll zudem aufzeigen, wie die ÖV-Haltestellen auf dem Bohl beibehalten werden können. 

Im Januar und im April dieses Jahres haben Vertreterinnen und Vertreter von Parteien, Verbänden, Organisationen und Grundeigentümerschaften sowie interessierte Personen aus der Bevölkerung an zwei Grossgruppen-Workshops zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt teilgenommen. Ziel des ersten Forums war, Bedürfnisse und Ansprüche der Teilnehmenden an das Areal zu formulieren. Im zweiten Forum diskutierten die Gruppen die unterschiedlichen Haltungen zur Marktform, zum Umgang mit der Calatravahalle und der Rondelle sowie zum Standort der ÖV-Haltestelle. Die Haltungen wurden geschärft und präzisiert.

Neustart ist nötig

Der Schlussbericht sowie die Rückmeldungen aus dessen Vernehmlassung ergeben folgende Hauptaussagen: Bei der Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt wird eine Vision gewünscht. Weiter sollen die ÖV-Haltestellen auf dem Bohl verbleiben und die Teilnehmenden möchten künftig vermehrt publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen. Zudem ist eine regelmässige Marktform ohne festinstallierte Infrastruktur anzustreben. Hinzu kommt die Berücksichtigung einer allfälligen Bibliothek am Standort Union/Blumenmarkt, welche eine Etappierbarkeit und Flexibilität in der Umsetzung erforderlich macht.

Eine Analyse der vergangenen Abstimmungsprojekte hat ergeben, dass sie die Bedürfnisse aus dem Forum nicht erfüllen. Aufgrund der Ergebnisse der Forumsarbeit drängt sich ein Neustart auf, der ein neues Varianzverfahren erfordert. Daher hat sich der Stadtrat dazu entschieden, einen offenen, anonymen Wettbewerb zu lancieren. Angesprochen werden interdisziplinäre Teams aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur, Städtebau, Licht- und Verkehrsplanung. Ihre Aufgabe besteht darin, für das Areal Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt eine Vision zu entwickeln. Gesucht wird ein Gestaltungsvorschlag, wie der künftige Stadtraum sowie die drei Plätze mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen aussehen sollen.

Gefordert wird eine Idee, die eine Etappierung zulässt und auf einen allfälligen Bibliotheksstandort Union/Blumenmarkt flexibel reagieren kann. Die Eignung von Union/Blumenmarkt als Bibliotheksstandort wird zurzeit geprüft. Dies bedeutet, dass der Perimeter Union/Blumenmarkt – sollte er als Bibliotheksstandort in Frage kommen – ein separates Projekt darstellt. Es wird bestmöglich mit dem Prozess zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt abgestimmt. Ein Entscheid dazu wird im ersten Quartal 2018 erwartet.

Der Stadtrat hat für das Wettbewerbsverfahren einen Kredit in Höhe von CHF 285‘000 gesprochen. Die Ausarbeitung des Wettbewerbsprogramms startet Anfang 2018, die Ausschreibung erfolgt voraussichtlich Mitte 2018. Ende nächsten Jahres soll der Jurybericht und somit das Resultat des Wettbewerbs vorliegen. Die Ergebnisse der Jurierung werden im Rahmen eines dritten Forums Marktplatz den Teilnehmenden präsentiert. Nach erfolgtem Wettbewerb soll 2019 für die Umsetzung des Bauprojekts ein Rahmenkredit beantragt werden. Sofern der Kredit gutgeheissen wird, startet die Projektierung, die bis ca. Ende 2020 dauert. Ein Start der ersten Bauetappe wäre im Jahr 2021 möglich.

Verkehrliche Studie zu ÖV-Haltestellen auf dem Bohl

Die Ergebnisse aus dem partizipativen Prozess zeigen den deutlichen Wunsch, dass die ÖV-Haltestellen stadtein- sowie stadtauswärts auf dem Bohl angeordnet bleiben sollen. Seitens Stadt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums darauf hingewiesen, dass dies zu Rückstau in die Engstelle beim Waaghaus und in die angrenzende Kreuzung Brühltor führt. Die Priorisierung des öffentlichen Verkehrs ist damit nicht mehr gewährleistet. Damit die Forderung aus dem Forum erfüllt werden kann, gibt der Stadtrat eine vertiefte Verkehrsprüfung in Auftrag. Externe Verkehrsplaner sollen Lösungsmöglichkeiten, Voraussetzungen und Konsequenzen für die künftigen Haltestellen aufzeigen und daraus Massnahmen zur Umsetzung ableiten. Die Ergebnisse fliessen in das Wettbewerbsprogramm mit ein. Der Stadtrat hat für die Studie einen Kredit in Höhe von CHF 90‘000 und für die Weiterführung der Partizipation einen Kredit in Höhe von CHF 50‘000 erteilt.

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