WISG für Visionen und Realitätssinn

Friday, 11. January 2019

An der traditionellen Neujahrsbegrüssung der Wirtschaft Region St.Gallen (WISG) forderte Präsident David Ganz die Stadtregierung auf, offen für Visionen zu sein und gleichzeitig Realitätssinn zu zeigen. Stadtpräsident Thomas Scheitlin seinerseits sprach von den Qualitäten der Stadt St.Gallen und motivierte die rund 90 anwesenden Gäste aus der Wirtschaft, die Stärken der Stadt zu kommunizieren.

Gut gelaunte Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsunternehmen, winterlich-friedliche Stimmung im Klosterviertel und feine Häppchen aus dem ortsgemeinde-eigenen Catering: Der Mix für die WISG-Neujahrsbegrüssung war ideal, und die beiden Präsidenten, David Ganz (WISG) und Thomas Scheitlin (Stadt St.Gallen) erfüllten die Erwartungen mit ihren launigen, wohltuend kurzen Ansprachen ebenfalls voll und ganz.

WISG für Visionen und realistische Sicht

David Ganz erinnerte die Gäste an seine Forderungen im Vorjahr, dass sich Stadt und Wirtschaft für die Anerkennung der Region als Metropolitanraum einsetzen sollten, dass die Stadtregierung mehr Willen zum Sparen zeigen solle und dass es bei grossen Vorhaben – wie Marktplatz-Sanierung und Entwicklung St. Finden – eine gute Mischung aus Visionen und Realitätssinn brauche. Während er bei der Metropolitanregion die laufenden Gespräche mit Vorarlberg als wichtigen Fortschritt erwähnte, war er mit dem Sparsinn der Stadtregierung weniger zufrieden, musste doch die Steuerfusssenkung gegen ihren Willen vom Stadtparlament beschlossen werden. Hier forderte er von der Regierung, «ihre Führungsverantwortung wahrzunehmen». Mit Blick auf den Marktplatz-Projektwettbewerb erwarte er vom Stadtrat, «konstruktive und spielerische Beiträge zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt aus privaten Kreisen ernsthaft zu prüfen».

«Die Stärken der Stadt kommunizieren»

In seiner als «Replik» bezeichneten Ansprache erwähnte Stadtpräsident Thomas Scheitlin die unterschiedlichen Erwartungen aus Wirtschaft und Bevölkerung, wenn es um Bevölkerungswachstum oder Massnahmen zur Belebung der Innenstadt gehe: Was die einen begrüssen und fordern, gehe den anderen oft zu weit. Er verwies auf das leichte Wachstum der Bevölkerungszahl 2018, die Erfolge etwa mit Startfeld und neuste Rankings, bei denen St.Gallen  als attraktiver Standort hinter Zürich und Basel auf dem dritten Platz liegt. Die Anwesenden forderte er auf, in Zukunft auch selbst mehr von den Stärken der Region zu sprechen und damit andere zu motivieren, nach St.Gallen zu ziehen oder hier wirtschaftlich tätig zu werden.

 

WISG-Präsident David Ganz (Mitte) mit Stadtpräsident Thomas Scheitlin und Priska Ziegler, Präsidentin Wirtschaft St.Gallen-Bodensee.
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