Zulassung Anwalts-AG vor Bundesgericht

Tuesday, 15. March 2011

Der Kanton St. Gallen lässt – entgegen der Praxis in bereits 14 Kantonen – als bisher einziger Kanton die Anwalts-AG nicht zu und beantwortet einen entsprechenden Antrag der in Zürich, Bern, Basel, Zug und St.Gallen tätigen Kanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob abschlägig. Die betroffene Kanzlei, die sich damit als Ganzes nicht als AG organisieren kann, geht nun vor Bundesgericht.

Die Aufsichtsbehörden des Kantons St. Gallen – zunächst die Anwaltskammer, jetzt in zweiter Instanz das Kantonsgericht – lassen als bisher einzige in der Schweiz die Organisation einer Anwaltskanzlei in Form einer Aktiengesellschaft nicht zu. Die Kanzlei Bratschi Wiederkehr & Buob (BWB) mit Standorten in Zürich, Bern, Basel, Zug und St. Gallen ist davon besonders betroffen. Mit Ausnahme von St. Gallen haben bisher alle zuständigen Aufsichtsbehörden, die diese Frage zu klären hatten, die Anwalts-AG zugelassen. Aus diesem Grund lässt BWB den St. Galler Entscheid durch das Bundesgericht überprüfen.

„Dass den St. Galler Anwältinnen und Anwälten, die in Form einer AG organisiert sind, der Eintrag im Anwaltsregister des Kantons St. Gallen verweigert wird, stellt eine unzulässige Einschränkung unserer wirtschaftlichen Tätigkeit dar“ begründen die Partner von BWB ihren Schritt vor das Bundesgericht. Im Weiteren argumentieren sie: „Die Zeiten haben sich geändert. Heute organisieren sich Arztpraxen, Architekturbüros, Treuhandgesellschaften und Rechtsanwaltskanzleien mit einer gewissen Grösse zweckmässigerweise in Form einer AG oder GmbH. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso diese Organisationsform einzig der Anwaltschaft im Kanton St. Gallen nicht offen stehen soll.“

(Medienmitteilung von Bratschi Wiederkehr&Buob) 

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