«Südspange»: Ein Schritt in die richtige Richtung

Thursday, 24. May 2012

Die Wirtschaftsorganisationen der Stadt St.Gallen begrüssen den Vorschlag des Bundesamtes für Strassen (Astra) für die Entlastung der Stadtautobahn: Mit der dritten Röhre samt Teilspange wird dieser Engpass beseitigt. Der vorgesehene Anschluss an die Teilspange im Gebiet Güterbahnhof ist aus ihrer Sicht aber noch zuwenig ausgereift: Nur mit einer Verlängerung und einem Vollanschluss Teufenerstrasse, allenfalls sogar bis zu einem Anschluss Speicherstrasse kann auch die Innenstadt vom Verkehr entlastet werden.

Aus Sicht der städtischen Wirtschaftsverbände - Gewerbe Stadt St.Gallen (GSG), Wirtschaft Region St.Gallen (WISG), Hauseigentümerverband der Stadt St.Gallen (HEV), Wirtschaft St.Gallen Ost (WSGO) und Industrievereinigung Winkeln (IVW) – ist die vom Astra vorgelegte Variante «ein Schritt in die richtige Richtung». Bereits seit der vor einigen Jahren erfolgten Lancierung der Variante «Südspange» wurde aber von diesen Verbänden klar signalisiert, dass eine Beschränkung der Lösung auf eine dritte Röhre langfristig keine für die Stadt akzeptable Lösung darstellen könne.

Noch nicht zu Ende gedacht

Die nun favorisierte und kostenmässig «erträgliche» Variante sieht zunächst eine dritte Röhre bei den Tunneln der Stadtautobahn vor. Damit kann auch aus Sicht der Wirtschaft der dort zu erwartende Anstieg des Verkehrs bewältigt werden. Die ebenfalls vorgesehene Teilspange bringt einen neuen Anschluss «St.Gallen-West» und einen 1,4 km langen Tunnel mit Anschluss beim Güterbahnhof. Damit wird nur das «Nadelöhr¬» St.Leonhardsbrücke entlastet.

Für die Wirtschaftsverbände ist die Platzierung dieses Anschluss bzw. die Anbindung des Verkehrs aus Appenzell und Teufen (noch) nicht zu Ende gedacht. Ein Vollanschluss Teufenerstrasse, so wie die Variante «Südspange» es vorsieht, muss zwingend integriert werden. Sonst ergibt sich statt der Entlastung eines Quartiers eine zusätzliche Belastung im Raum Güterbahnhof, einem Entwicklungsgebiet für Wohnen. Auch eine zusätzliche Weiterführung im Süden der Altstadt sowie Halbanschlüsse bei Teufener- und Rorschacherstrasse sind aus Sicht der Wirtschaft weiterzuverfolgen.

Ganze Spange bleibt Vision

Die tatsächliche Entlastung der innerstädtischen Achsen und neuralgischen Punkte wie etwa die im Kanton St.Gallen stärkste befahrene Strasse Unterer Graben ist mit der nun vorgestellten Lösung noch nicht geschafft. Für die Wirtschaftsverbände bleibt daher die gesamte Südspange die Vision für eine dauerhafte Lösung des Verkehrsproblems – die übrigens auch den nötigen Platz und die nötige Entlastung für den innerstädtischen öffentlichen Verkehr erst möglich macht.

Real- und finanzpolitisch dürfte die Südspange aber kurzfristig nicht realisierbar sein. Daher setzen sich die Wirtschaftsverbände für die Realisierung der Variante «3. Röhre mit Teilspange» ein – mit Ergänzung um einen Vollanschluss Teufenerstrasse. Sie fordern städtische und kantonale Politik auf, sich in einem gemeinsamen Schulterschluss über Parteien und Regionen sowie Kantone – auch Appenzell Ausserrhoden ist hier gefordert! – hinweg für eine solche Lösung «3. Röhre mit Teilspange plus» einzusetzen. Aus Sicht der Wirtschaft braucht es dazu eine Interessengemeinschaft «IG Dritte Röhre und Teilspange plus» mit konkretem Aktions- und Massnahmenplan.

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